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Die Geschichte der Feldenkrais-Methode

 


Die Feldenkrais-Methode ist benannt nach ihrem Schöpfer, dem Physiker und Judo-Meister Dr.Moshé Pinkhas Feldenkrais (1904-1984). Sie ist eine Methode zur "Umerziehung des Nervensystems" (Feldenkrais 1968, 1985). Sie basiert auf Feldenkrais' grundlegenden naturwissenschaftlichen Erkenntnissen über das Verhältnis zwischen Struktur und Funktion des menschlichen Körpers unter den Bedingungen von Schwerkraft, Raum, Zeit und sozialem Umfeld, sowie in ganz erheblichem Maße auf der Erkenntnis menschlicher Entwicklungsfähigkeit schlechthin: der Fähigkeit zum Lernen. Der Mensch wird von Feldenkrais' als eine untrennbare Einheit von Körper und Geist betrachtet.


Zu Feldenkrais' Werdegang schreibt sein Weggefährte Franz Wurm:


"Moshé Feldenkrais, 1904 in Slawuta (Ukraine) geboren, war Physiker. Fünfzehnjährig - der  Erste Weltkrieg war nur eben zu Ende gegangen - war er nach dem damaligen Palästina ausgewandert, hat, nach einem Studium an der Sorbonne, mit Langevin und am Pariser  Institut Pasteur und mit Joliot-Curie gearbeitet, mit ihm (1938) die erste Kernspaltung auf französischem Boden gemacht, daneben den Judo-Club de France gegründet und (ebenfalls 1938) erste Arbeitshypothesen zu einer rationalen Erklärung der Akupunktur aufgestellt, die ihn bald zur Neurophysiologie führten, Er untersuchte östliche Praktiken und übersetzte sie in unserer Begriffe, um eine Verhaltensforschung im Geist der Experimentalphysik zu entwickeln Mit Joliot-Curie erarbeitete er die künstliche Induktion von Radioaktivität. ..."



Mit den Ergebnissen seiner Forschungen über theoretische und praktisch angewandte Verhaltensphysiologie trat Feldenkrais erstmals 1943 hervor durch eine Reihe von Vorlesungen, die er 1943/44 vor der Association of British Scientific Workers in Fairlie (Schottland) hielt und die dann 'Body and Mature Behaviour', aber auch dem gleichzeitig geschriebenen 'The Potent Self' (deutsch: 'Das starke Selbst'. Insel Verlag Frankfurt am Main 1989) als Grundlage dienten. Als in den späten sechziger Jahren (der damalige israelische Ministerpräsident, d.A.) Ben Gurion Feldenkrais für den Nobelpreis für Medizin vorschlug, bekam er jedoch zur Antwort, Feldenkrais habe nie in medizinischen Fachzeitschriften publiziert, sei auch nicht Arzt und komme daher für den Preis nicht in Betracht. Feldenkrais gab den Schweden recht. Er unterrichte, sagte er, während Ärzte behandeln und heilen. Die Auswirkung sei zwar öfters die gleiche, sie werde aber auf verschiedenen Wege erreicht und sei so gleich nicht, wie sie aussehe. Zudem wüssten weder die Ärzte noch er, was 'Krankheit' sei - mit dem Unterschied, daß er wisse, daß er es nicht wisse." ... (Wurm 1995)